Wort zum Februar 2017 - Freie evang. Gemeinde Biedenkopf

FeG Biedenkopf

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Wort zum Februar 2017

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„Wenn ihr in ein Haus kommt,
so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“
Lukas 10, 5

Laden unsere Tochter und unser Schwiegersohn uns zum Essen ein, bringen wir als kleines Dankeschön etwas mit. Nicht nur, weil sich das gehört. Es macht uns auch Freude, den beiden eine Freude zu machen. Bei der Tochter gelingt das mit einem guten französischen Rotwein; beim Schwiegersohn eher mit einem irischen Bier. Klar, wir kennen die Beiden. Da fällt es leicht, das richtige Geschenk mitzubringen. Doch bei Gastgebern, die wir nicht kennen? Da kann das schon mal schwierig werden.

Schön, dass Jesus seinen Mitarbeitern diese Sorge abnimmt, oder? Jesus sendet seine Jünger immer zu zweit aus. Sie sollen in die Orte reisen, zu denen Jesus später auch kommen wird. Dort werden sie Aufnahme finden. Essen und Trinken und ein Dach über dem Kopf werden auf sie warten. Sicher nicht überall, aber doch immer wieder. Und als Gastgeschenk gibt Jesus seinen Mitarbeitern den Segenszuspruch für das Haus und seine Bewohner mit. „Friede diesem Haus!“, so sollen sie grüßen und segnen. Und das ist deutlich mehr, als nur fromme und wohlklingende Worte. Das ist auch mehr als ein guter Wein, oder ein leckeres Bier.

Das Wort vom Frieden ist in der Muttersprache Jesu ein Beziehungsbegriff. Da geht es nicht um die Abwesenheit von Streit. Dieser Friedenszuspruch spricht das Heil und die liebevolle Nähe Gottes zu. Die Mitarbeiter Jesu betreten also ein Haus und sagen sinngemäß:

„Euch allen hier im Haus gilt Gottes Liebe! Ihr dürft in einer heilen und heilsamen Beziehung mit Gott leben. Das sprechen wir Euch in Gottes Auftrag zu!“

Keine Frage, die Menschen im Haus müssen offen für den Friedenszuspruch sein. Keiner bekommt Gottes Nähe gegen seinen Willen übergestülpt. Doch ist diese Offenheit bei etlichen Menschen gegeben. Da überlege ich mir doch, wie ich als Gast ein Haus betrete. Einfach nur als geladener Gast, der sich auf eine schöne Zeit freut? Oder doch auch als Mitarbeiter Jesu, der mehr zu geben hat, als eine Flasche Wein oder ein paar Blumen.

Jesu Mitarbeiter damals hatten einen Auftrag. Sie sollten Jesu späteren Besuch vorbereiten. Ja, über Jesus sollten sie reden, ihren eigenen Glauben bezeugen und ihren Gastgebern den Frieden Gottes zusprechen. Erwartet Jesus das von mir heute nicht auch? Es geht doch schließlich um die bemerkenswerte Tatsache, dass Gott mit jedem Menschen in einer liebevollen Gemeinschaft leben will. Das kann doch auch mir das Herz und den Mund öffnen. Der Friede Gottes in meinem Leben soll auch andere erreichen: „Gott liebt dich von ganzem Herzen! Gott möchte mit dir zu tun haben und dich begleiten!“

Das sind mehr als gute Worte. Das ist Zuspruch im Namen Gottes für Menschen, denen wir begegnen. Das ist eine Einladung, die wir im Auftrag Jesu aussprechen. Eine Einladung gerade für die Menschen, denen wir heute oder morgen begegnen.

Pastor Michael Bürger

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